Gerade in diesen Tagen (Ende 2023) erlebt die Fotografie eine heiße Diskussion um das Thema „Künstliche Intelligenz (KI) in der Fotografie“. Die Meinungen dazu sind gespalten. Während die ihr zugeneigte Fraktion die technischen Möglichkeiten als Segen empfinden, lehnen die Skeptiker diese neue Technologie nahezu völlig ab. Ich persönlich denke: die akzeptable Wahrheit liegt irgendwo dazwischen.

Was hat nun KI mit Nachbearbeitung zu tun? Nun ja, es gibt bereits heute zahlreiche Software zur Bild-Nachbearbeitung, die mit KI-Funktionen bestückt sind. Derzeit meines Wissens primär zur Unterstützung der komplexen Funktionen.

So werden beispielsweise die dunklen Flecken, die durch Unsauberkeiten auf einem Sensor entstanden sind, automatisch von der Software identifiziert und sauber entfernt. Oder nach Festlegung eines analysierten Referenzfotos wird der Weißabgleich auf weitere ähnlich aufgebaute Fotos (z.B. Portraits) übertragen.

Ein solcher Einsatz von KI ist – aus meiner jetzigen Sicht – wohl eher unproblematisch, da sie doch für den Fotografen eine echte Zeitersparnis bedeutet.

Ich selbst möchte meine Fotos nur in sehr geringem Umfang einer Nachbearbeitung unterziehen. Im Wesentlichen sind das die folgenden Punkte:


Diese Vorgehensweise bedeutet natürlich auch einen besonders hohen Anspruch an die Qualität des Fotos während des Shootings. Ob ich diesem Anspruch gerecht werden kann, wird sich zeigen. Ich möchte allerdings nicht die Nachbearbeitung als mehr oder weniger bequeme Korrekturinstanz sehen, wenn meine fotografischen Fähigkeiten keine ordentlichen Ergebnisse erzielen können. Im Übrigen ist es sicher auch nicht besonders gelungen, wenn man bei einem Porträt-Shooting das Model mit dem Statement abspeisen muss: „Ich weiß, das Foto ist nicht so richtig gelungen … aber nach der Arbeit am Rechner kriege ich das schon wieder hin!“.